REFERENZ - BAUWERKE IN BREMEN
Außer der Schleifmühle Nr. 77


Haus Nr. 77 im Jahr 2021
Die Straße "Außer der Schleifmühle" in der Bremer Vorstadt ist nach der im Jahr 1459 dort betriebenen Wassermühle von Johann Runge benannt, die unter Benutzung des aufgestauten Wassers am Dobben u.a. "zum Schleifen der Schwerter diente" (siehe Adressbuch 1914) und die im Jahr 1725 abgerissen wurde
"Außer der Schleifmühle" wird im Bremer Adress-Buch des Jahres 1849 mit den Hausnummern 1-12 und 6 Einträgen von  Bewohnern  ohne vergebene Hausnummer geführt. 1855 sind die Nummern 1-13 und 16 Bewohner ohne Nummer genannt. Bei den ausgewiesenen Berufen sind viele Einträge als Kaufmann ausgewiesen aber es finden sich auch vielfältige Bezahlreiche rufe wie Bahnwärter, Landmann, Trödler, Urmacher, Capitän etc. sowie Witwen.

1862 - am 3. Juli reicht der Bremer Architekt und Baumeister Albert Heinrich Linge, wohnhaft in der Schillerstaße Nr. 24, einen Antrag mit Zeichnung der Fassaden mit Situationsplan (vom 24. Juni 1862) an die Polizei-Direction zum Bau der Häusergruppe 28, 29, 30, 31 an der Straße "Außer der Schleifmühle" ein.

Bauherr des Hauses Nr. 29 ist der Bremer Kaufmann Georg Friedrich Wilhelm Stiffer, Inhaber der Firma Wm & Co. Schiffsexpedienten mit Sitz in der Bremer Langenstraße Nr. 16.

1900 - am 18. Juni reicht der neue Eigentümer Friedrich Wilhelm Frischen, wohnhaft im Hotel Siedenburg Am Wall 175/177 einen Bauantrag mit Grundrissen für einen Um- und Ausbau ein. Bauführer ist Albert D. Dunkel, wohnhaft in der Knochenhauerstraße Nr. 40. Dem Antrag zur Erweiterung des Hauses in den Gartenbereich wird am 22. Juni 1900 durch den städtischen Bauinspektor Fr. Becker stattgegeben. Die Rohbauabnahme erfolgt am 25. September 1900.

Souterrain im Jahr 1900.
Hier befinden sich die die Versorgungsräume für die Bediensteten: Waschküche, Plättstube, Geräteraum, Kohlenkeller, Heizung, Keller für das Geschoss, Fahrradkeller, Vorräte, Putzraum, Topfkammer und das neue Wasserclosett.

Hauptgeschoss im Jahr 1900.
Ausgestattet mit den Räumen: Salon, Wohnzimmer, Herrenzimmer, Esszimmer, Wintergarten und Außen-Terrasse. Die Schlafzimmer sowie Bad und Toilette befanden sich im Obergeschoss und darüber die Zimmer der Bediensteten.

1900 - am 18. Juni reicht der neue Eigentümer Friedrich Wilhelm Frischen, wohnhaft im Hotel Siedenburg Am Wall 175/177 einen Bauantrag mit Grundrissen für einen Um- und Ausbau ein. Bauführer ist Albert D. Dunkel, wohnhaft in der Knochenhauserstraße Nr. 40. Dem Antrag zur Erweiterung des Hauses wird am 22. Juni 1900 durch den städtischen Bauinspektor Fr. Becker stattgegeben. Die Rohbauabnahme erfolgt am 25. September 1900.

1906 - Die Hausnummern der Straße Außer der Schleifmühle werden aufgrund von baulichen Erweiterungen offiziell umgestellt und für das Bremer Adress-Buch gültig. Das Ensemble 28, 29, 30, 31 erhält die Nummern 75, 77, 79, 81. Dabei wird das Haus Nr. 29 zum Haus Nr. 77.

1916 - am 13. Juli reicht der neue Eigentümer des Hauses Nr. 77 Leopold Clemens Bechtel, wohnhaft in der König Albert Straße 11 einen Antrag für Umbauten ein. Die Ausführung übernimmt die Firma H. Schelb , wohnhaft in der Contrescarpe 147.
Bechtel ist Inhaber des Waren- und Kommissionsgeschäfts Bechtel&Co. in der Langenstraße 137/138 in Bremen, sein Sohn Georg Jonas Bechtel ist Prokurist.

1927 - am 10. September erwirbt die Ehefrau des Arztes Dr. med. dent. Lazarus Ehrmann, die Dentistin Martha Ehrmann geb. Freudenberg das Haus für 65.000 Mark.

1945 - am 15. Mai reicht der Bauunternehmer Hermann Schelb, wohnhaft in der Elsasser Straße 14 im Auftrag von Prof. Dr. med. E. Gabbe, eine Schadensaufnahme zu seiner Wohnung und Praxis im Haus Nr. 77 ein. Es geht um verschiedene Mängel durch Kriegsschäden am Bauwerk. Offensichtlich ist Prof. Dr. Gabbe der neue Eigentümer des Hauses und hat dort erstmals Arztpraxen eingerichtet.





















> Das Projekt "Riensberger Friedhof" >>>
> Heimatforschung Bremen >>>